Die Ostfalia hat zum ersten Mal ein Stipendium für innovative Unternehmensgründungen verliehen. Die Stipendiaten Thiago de Carvalho Jonas und Tobias Burghardt freuen sich über 500 Euro pro Nase. Worum es bei ihrem Gründungsprojekt “MyExcuse” geht? Das erzählten sie am Freitag in einem Pressegespräch mit der Braunschweiger Zeitung hier bei uns im Entrepreneurship Center.
Ringvorlesung "Kreativ stören - Hochschule für Entrepreneure"
Hier gibt es alle Infos zur Ringvorlesung: www.entrepreneurship-center.de/lehre/ringvorlesung...Weitere Infos
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Normalerweise ist Boris Kaminski die Ruhe selbst. Doch dieser Tage sieht man ihn nervös im Entrepreneurship Center auf- und abtigern. Nächste Woche präsentiert er zum ersten Mal sein Gründungsprojekt FastBiz auf der CeBIT in Hannover. Fieberhaft arbeitet er mit Hilfe seiner beiden Hiwis bis zur letzten Minute an der Präsentation seines Software-Projekts. Am Montag muss alles fertig für den Aufbau sein. Sind die Daten schon auf den Server kopiert? Läuft das System dort fehlerfrei? Wo bekommen wir auf die Schnelle ein Logo her? Und wieso sind die Visitenkarten noch nicht angekommen?
“Hoffentlich funktioniert alles. Eigentlich kommt die CeBIT einen Tick zu früh für uns. Andererseits könnte man vermutlich ewig an Details rumschrauben. Da muss man auch einfach mal einen Schnitt machen und sagen: ‘Schaut her, das ist mein Produkt. Es ist noch optimierbar, aber ihr könnt jetzt schon sehen, dass es euer Leben einfacher machen wird.’”
FastBiz ist eine Ausgründung des Institut für E-Business an der Ostfalia Hochschule. Das Institut unterstützt Kommunen und mittelständische Unternehmen dabei, ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren. Boris Kaminski arbeitete schon während seines Studiums der Informatik am Institut und stieg nach seinem Studium in Vollzeit ein. In der täglichen Arbeit stieß er immer wieder auf das Problem, dass die Anpassung der auf dem Markt erhältlichen Software an die speziellen Bedürfnisse der Kommunen und Unternehmen oft sehr aufwendig ist. “Das muss doch einfacher gehen!”, dachte er sich und die Geschäftsidee war geboren. Seit September 2011 sitzt er nun als Gründer im Ideen-Inkubator des Entrepreneurship Centers und entwickelt unter dem Namen “FastBiz” eine eigene Software-Lösung.
Was genau verbirgt sich hinter FastBiz, Herr Kaminski?
“FastBiz ist eine intuitiv nutzbare Plattform zur Visualisierung von Arbeitsabläufen in Unternehmen und Behörden. Viele klassische Planungssysteme können sich nicht so schnell an Entwicklung und die damit einhergehenden Strukturänderungen in Unternehmen anpassen. Das führt oftmals dazu, dass Arbeitsabläufe in das Korsett der Software gezwängt werden müssen. Wer seine Software teuer eingekauft hat, ist doppelt angeschmiert. Denn auf die hohen Anpassungskosten kommt schnell das Vielfache an Kosten für Wartung und Entwicklung oben drauf. Hier setzen wir mit unserer Idee an. Wir entwickeln ein flexibles und internetbasiertes Workflow-Management-System, das sich einfach und schnell an strukturelle Veränderungen anpassen lässt.”
Aha, und was heißt das konkret?
“FastBiz ermöglicht eine simple Visualisierung und bietet Online-Formulare und Werkzeuge zur einfachen Vorgangsbearbeitung über das Internet. Formulare und Schreiben werden mittels Open Office gestaltet, einfach hochgeladen und bezüglich der Verantwortlichkeiten definiert. Durch das “Software-as-a-Service”-Prinzip spart man Geld, Zeit und Nerven. Doch FastBiz optimiert nicht nur die Arbeitsprozesse in Unternehmen und reduziert ihre Kostenlast – Unternehmen können damit auch selbst Geld verdienen! Es bietet die Möglichkeit, eigene Prozesse gegen eine Gebühr an Dritte zu verkaufen. Dieses Provisionsmodell erlaubt es zum Beispiel Beratungsunternehmen, während des Einsatzes beim Kunden Workflows auf Bestellung zu visualisieren und digitale Workflows unkompliziert und schnell mit wenigen Klicks einsatzfähig zu machen. Umgedreht hat man die Möglichkeit, mit Hilfe der integrierten Workflow-Bibliothek Prozesse anderer Unternehmen je nach Bedarf zu übernehmen. So muss man das Rad nicht jedes Mal neu erfinden und kommt in der Unternehmensentwicklung schneller voran.”
Apropos schneller voran: Eine kurze Pause zur rechten Zeit erhöht nachweislich die Effizienz und Leistungsfähigkeit eines Menschen. Und Sport soll ja immer gut gegen Nervosität sein. Also ran an den Kicker!
FastBiz auf der CeBIT:
Halle 26, Stand C50
Als Gast des Entrepreneurs Talks berichtet Andreas Bosse von seinem Lebensweg und seinen Erfahrungen als Unternehmer.
Andreas Bosse ist Inhaber und Geschäftsführer der Stendaler Landbäckerei. Nach umfassender Sanierung des Betriebs steht er nun an der Spitze eines erfolgreichen Unternehmens mit über 130 Verkaufsfilialen und fast 800 Mitarbeitern. Doch sein Weg war nicht immer vorgezeichnet. Hören Sie sich seine Geschichte an.
Der Entrepreneurs Talk ist eine regelmäßig stattfindende Veranstaltung unter Federführung von Prof. Dr. Reza Asgari, Leiter des Entrepreneurship Centers.
Während der jährlich stattfindenden Summer School lernen Studierende von TU Braunschweig, Ostfalia und HBK interdisziplinär die wichtigsten Grundlagen für die Unternehmensgründung. Dabei werden die Inhalte kompakt und praxisorientiert von Professoren beider Hochschulen und Dozenten aus der Wirtschaft vermittelt. Viele Best Practice-Beispiele erfolgreicher Gründer aus den Hochschulen runden das Seminarangebot ab und geben einen Einblick in die unternehmerische Praxis.
Die diesjährige Entrepreneurship Summer School fand vom 8. bis zum 14. September statt.
„Von der DDR-Backstube zum Großfilialist“
Andreas Bosse erzählt die ebenso bewegte wie bewegende Erfolgsgeschichte seiner Stendaler Landbäckerei
Der Mauerfall brachte viele Produktionsbetriebe der DDR in Existenznot – so auch den VEB Backwarenbetrieb in Stendal. Heute heißt er „Stendaler Landbäckerei“ und gehört mit mehr als 130 Filialen zu den Großfilialisten im hart umkämpften Backwarenmarkt. Der Mann hinter dem Erfolg: Andreas Bosse. Im „Entrepreneurs Talk“ mit Prof. Asghari erzählt er vor Studierenden und Fernsehkameras, wie er ganz ohne Eigenkapital den Betrieb übernahm und erfolgreich sanierte.
„Ich rate jedem, der eine gute Idee und einen starken Willen hat, zur Selbstständigkeit. Doch ich wünsche niemandem, ein Unternehmen mit 800 Mitarbeitern übernehmen zu müssen.“ Andreas Bosse spricht aus Erfahrung, denn genau dieser Situation sah er sich im Jahre 2005 gegenüber, als das angeschlagene Stendaler Bäckereiunternehmen zum Verkauf stand. „So eine Chance lässt man sich nicht entgehen. Das Schicksal von 800 Mitarbeitern und ihren Familien stand auf dem Spiel. Da kann man gar nicht anders.“ Eine beherzte Entscheidung, die jedoch ein enormes Risiko barg, denn Bosse hatte kein Eigenkapital und der ehemalige DDR-Betrieb kämpfte noch immer mit der Umstellung auf die freie Marktwirtschaft.
Ursprünglich sollte die erst kurz vor der Wende fertig gestellte Bäckerei neben der Stendaler Bevölkerung vor allem die in der Region stationierten Streitkräfte der Sowjetarmee und die Arbeiter der Großbaustelle des Kernkraftwerks Stendal versorgen. Doch mit der Wende kam der Truppenabzug und die Stilllegung der Kraftwerksbaustelle – Ein erhebliches Absatzpotential ging verloren. Nach sehr wechselhaften Jahren, verschiedenen Geschäftskonzepten, drei Eigentümerwechseln und der Zusammenführung mit der „Mitteldeutsche Backwarenbetriebe GmbH Magdeburg“ zu einer gemeinsamen Holding konnte das Unternehmen bis zum Jahre 2002 zwar ausgebaut werden, stand jedoch vor großen Liquiditätsproblemen.
Im Frühjahr 2003 wurde Andreas Bosse zum Geschäftsführer des Gemeinschaftsunternehmens berufen. Der studierte Landwirt fing nach der Wende zunächst als einfacher Verkaufsfahrer im Lebensmitteleinzelhandel an, um seine junge Familie durchzubringen, arbeitete sich jedoch schnell nach oben. Seine Aufgabe als neuer Geschäftsführer war klar: Das Unternehmen vor der Pleite retten. „Dass ich die Holding eines Tages selbst übernehmen würde, konnte ich mir seinerzeit noch überhaupt nicht vorstellen“, erinnert sich der 49-Jährige.
Mit viel Mut und einem straffen Sanierungskonzept stellte er sich dem gnadenlosen Konkurrenzkampf im Backwarengeschäft. „Es gibt viele Unternehmen, die Backwaren verkaufen und die das sehr gut können. Wir mussten uns die Frage stellen: Was können wir besser?“ Die Antwort lautete: Konzentration auf das Filialgeschäft als Kernkompetenz, ein neues Marketingkonzept und intensive Mitarbeiterschulung für besten Kundenservice. Außerdem krempelte Andreas Bosse die Unternehmensstruktur um. Das verlief nicht immer schmerzfrei. „Das Schlimmste, was ich lernen musste, war, dass ich nicht alles selbst machen kann“, gibt er offenherzig zu. Er habe Verantwortung abgeben müssen und brauchte dafür Leute in den Schlüsselpositionen, die seine Leidenschaft und seinen Willen zum Erfolg teilen. „Das hat nicht immer auf Anhieb gepasst, so kam es anfangs zu einigen Personalwechseln. Doch ich wusste: Nur mit dem richtigen Team konnte die Rettung gelingen.“
Andreas Bosse fand nicht nur das richtige Team, sondern mit ihm auch den Mut, zwei Jahre nach seinem Einstieg als Geschäftsführer die Anteilsmehrheit an der Holding zu erwerben und den Sanierungsprozess als Eigentümer weiterzuführen. Bloß: Mut alleine reichte nicht. Ohne jegliches Eigenkapital war er auf die Hilfe der Banken angewiesen, die aber lehnten angesichts der erforderlichen Kreditsumme von mehreren Millionen Euro reihenweise ab. „Ich hatte einen tragfähigen Geschäftsplan und konnte schon erste Sanierungserfolge vorweisen. Trotzdem kam ich oft nicht einmal an der Vorzimmerdame vorbei.“ Nur eine von 16 Banken war bereit, die Unternehmensübernahme zu finanzieren. Mit ihr arbeitet Bosse noch heute zusammen. Und das überaus erfolgreich: Er hat die Bäckereibetriebe nicht nur finanziell saniert, sondern aus ihnen ein zukunftsweisendes Unternehmen gemacht. Betriebliche Ferienplätze, vorbildliche Nachwuchsarbeit und ein umfassendes Umweltkonzept sind nur einige Beispiele. In zwei Jahren wird Bosse seine letzte Rate an die Bank zahlen. Dann kann er noch mehr in den Ausbau des Unternehmens investieren.
Die anwesenden Studierenden sind sichtlich beeindruckt. Einige von ihnen basteln bereits an eigenen Geschäftsideen und nutzen dankbar die Gelegenheit, von einem echten Entrepreneur zu lernen: Welche Schwierigkeiten einem in der Selbstständigkeit große Sorgen bereiten können. Wie man es schafft, seine Mitarbeiter von einer neuen Unternehmensphilosophie zu überzeugen. Und woher man die Kraft und Ideen für all das nimmt. Andreas Bosse antwortet ebenso offen wie leidenschaftlich: „Schlaflose Nächte bereitete mir vor allem die monatliche Lohnzahlung in Höhe von 750.000 Euro.“ Sei Anspruch war, die Mitarbeiter immer pünktlich zu bezahlen und das hat er von Anfang an durchgezogen – selbst wenn dadurch die wichtige Mehllieferung mitunter in Gefahr geriet. So erwarb er das Vertrauen seiner Mitarbeiter und sie belohnten ihn mit guten Ideen. „Meine Mitarbeiter sind bis heute meine einzige und beste Unternehmensberatung. Meine Familie natürlich auch. Ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft. Ich sehe mich einfach als Teil des Ganzen. Meine Kinder arbeiten inzwischen auch im Unternehmen. Um meine Nachfolge brauche ich mir also keine Gedanken machen.“
Bei aller Bescheidenheit fügt er dann aber noch mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: „Eine gute Portion Sturheit hat sicherlich auch zum Erfolg beigetragen.“ Schon als Kind sei er ein echter Dickkopf gewesen. Genau das habe ihm dann aber geholfen, seiner Linie zu folgen und nach jeder Bankabsage wieder aufzustehen und zur nächsten Bank zu gehen. So kann er Eltern, die mal wieder an ihren bockigen Kindern verzweifeln, Hoffnung machen: „Vielleicht werden aus ihnen später einmal die besten Unternehmer.“
8.- 14. September 2011 – Die Semesterferien der Studierenden der Ostfalia und TU Braunschweig neigen sich dem Ende entgegen, die perfekte Zeit also für gründungsinteressierte Studenten, sich innerhalb einer Woche mit Fragen wie „Wie werde ich eigentlich Unternehmer und was muss ich mitbringen, um dabei möglichst erfolgreich zu sein?“ zu befassen.
Hö
hepunkt der Summer School 2011 war aber auch in diesem Jahr wieder die Präsentation der verschiedenen Gründungskonzepte, bei der zehn verschiedene Gründerteams jeweils zehn Minuten zur Verfügung hatten, ihren eigenen Unternehmergeist unter Beweis zu stellen. Das Ergebnis waren viele interessante Gründungsideen: angefangen von einem Onlineportal für Oldtimer-Ersatzteile bis hin zu einer chinesischen Geschenkidee aus Falttechnik, um nur einige wenige zu nennen.
Die Jury, bestehend aus Herrn Professor Reza Asghari sowie Herrn Uwe Köhler von Banson e.V. und Herrn Jörg Saathoff, Leiter der Technologie Transfer-Stelle an der TU Braunschweig, war sich nach längerer Diskussion einig, auf wen am Ende die Wahl fallen sollte: Maschinenbaustudent Arne Eder und seine Teamkollegin Anja Rogler (Studentin des Bauingenieurwesens) räumten mit „ARERA“ den ersten Platz und je 200€ Siegerprämie ab. Mit ihrem Slogan „Gestalten Sie die Kultur Ihres Unternehmens“ bringen sie den Kern ihrer Beratungsdienstleistung auf den Punkt. Sie bieten mittleren und großen Unternehmen durch ihre Beratung eine „stärkere Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen“ an, was zu Mehrwerten wie höherer Effizienz, geringerer Fluktuation und insgesamt einem Imagegewinn für die Unternehmen führen soll. Der im Rahmen der Summer School erstellte Business Plan wird nun die Grundlage für eine schnelle Umsetzung des Geschäftsvorhabens durch das Team bilden.
Über den Erfolg der Erstplatzierten sind jedoch die weiteren Teilnehmer nicht zu vergessen: „In diesem Jahr sehen wir erstmalig alle vorgestellten Konzepte als absolut umsetzbar an“, verkündet Professor Asghari erfreut und macht Mut, weiter an die eigene Geschäftsideen zu glauben.
Das erstmalige Summer School Nachtreffen wird demnächst zeigen, wer tatsächlich zu den nächsten Entrepreneuren der Region gehört.
Auch in diesem Jahr treffen wieder zahlreiche unterschiedliche Studenten der verschiedensten Fachbereiche in den Blockveranstaltungen aufeinander und wir dürfen gespannt sein, wer in der kommenden Woche den begehrten ersten Platz belegen wird.
In der Auftaktveranstaltung von letzter Woche hat die Studenten und auch uns jedoch eine Premiere der besonderen Art erwartet:
Per Liveübertragung wurde uns am Nachmittag Professor Steve Gedeon aus Toronto zugeschaltet, der mit seiner „Canadian Perspective of Entrepreneurship“ sämtliche Zuhörer zu begeistern wusste und jedem von uns vor Augen führte, was es wirklich braucht, um erfolgreich zu gründen (und die Welt zu verändern): „Mind capital“ – meint das unbezahlbare Kapital in den Köpfen eines Jeden.
Wir freuen uns auf viele weitere inspirierende Vorträge dieser Art in den kommenden Tagen…
Zwei der innovativsten Ideen für Unternehmensgründungen in der Region Braunschweig entstanden an der Ostfalia, lautete die Bewertung der Jury des Wettbewerbs “Idee 2011″ der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH und der Wolfsburg AG, dessen Schirmherr der Niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode ist.
Bei der Preisverleihung am 30. August 2011 in der Wolfenbüttler Lindenhalle durften sich insbesondere die Gründerteams mit den Geschäftsideen “Monkey Age” und “Merapi Software Tools” freuen, denn sie wurden als Preisträger des Jahres 2011 ausgezeichnet. Unterstützung bei der Entwicklung und Ausarbeitung ihrer Beiträge erhielten beide Gewinnerteams vom Entrepreneurship Center an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Ausführlicheres über die Preisverleihung und die prämierten Geschäftsideen erfahren Sie hier.
Quelle: www.ostfalia.de
Foto: Stefan Sobotta

























