Bericht in der Ausgabe “Wintersemester 2009/2010″ des Magazins uni38:

Prof. Dr. Reza Asghari
Direkt aus der Hochschule heraus eine eigene Firma gründen. Was in den USA seit Jahren gang und gäbe ist, soll jetzt auch die deutsche Wirtschaft beleben. Prof. Reza Asghari vom neu gegründeten Lehrstuhl für Entrepreneurship will Studierenden bei der Firmengründung helfen.
Seit Juli 2009 besteht das Institut für Entrepeneurship in Braunschweig. Der Lehrstuhl, der in Kooperation von der TU Braunschweig und der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften geschaffen wurde, will die Studierenden auf den ersten Schritten zur eigenen Firma begleiten. „Wir brauchen neue, innovative, technologieorientierte Unternehmen, die nur aus den Hochschulen hervorgehen können. Die beiden Hochschulen haben entschieden, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam Gründungen in ihrem Umfeld zu unterstützen”, betont der Leiter des Instituts, Professor Dr. Reza Asghari.
Wer die Gründereigenschaften Beharrlichkeit, Überzeugung und Leidenschaft in sich trägt und zudem eine interessante Idee mitbringt, findet hier zahlreiche Unterstützungen für sein Start-Up. Die Förderungen fallen unterschiedlich aus. „Wir werden bei jedem Kandidaten individuell prüfen, woran Bedarf besteht. Fest steht: wenn wir uns für jemanden entscheiden, werden wir ihn mit aller Kraft entlang des Prozesses begleiten, bis er etabliert ist.” Mehr Infos zum Thema Entrepeneurship gibt es unter: www.institut-entrepreneurship.de.
Gründertipps von Prof. Asghari:
- Betrachte die Selbstständigkeit als Option für das Berufsleben: Es gibt mehr als nur das Angestelltenverhältnis. Du kannst dich selbst verwirklichen und eigene Ideen entwickeln!
- Habe einen Blick darauf, was eine Innovation ist und einen Bedarf erfüllen kann. Was ist neu, was wird am Markt noch nicht angeboten? Oder: Was kann man optimieren?
- Sei überzeugt und bereit, für eine Idee überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Ein Unternehmer muss über den Tellerrand hinausgucken und auf Marktsignale reagieren können.
- Wer neue Technologien einsetzt, braucht nicht unbedingt ein Büro in der Großstadt. Über das Internet lassen sich Dienstleistungen auch vom dörflich gelegenen Elternhaus aus international anbieten. Das erhöht die Markteintrittschancen und lässt dich schnell und günstig agieren.
Die wichtigsten Fördermittel:
Gründerstipendium
Das Bundeswirtschaftsministerium fördert Studierende, Wissenschaftler und Absolventen bis 5 Jahre nach ihrem Abschluss. Für die Gründungsvorbereitung kann auf Basis einer innovativen Idee oder wissenschaftlicher Kenntnisse einmalig ein Stipendium beantragt werden für:
- 12 Monate Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts über ein Stipendium – bis zu 2 500 € im Monat, je nach Qualifikation
- bis zu 17 000 € für Sachmittel
- 5 000 € für Coachingmaßnahmen
Gründercampus
Durch Fördermittel kann ein Absolvent als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule angestellt werden, um eine High-Tech-Gründung vorzubereiten. Hier kann er an den Ergebnissen seiner Idee forschen, um sie später in Wirtschaft und Industrie einzusetzen. Die Mittel sind höher und fließen in die Hochschule.
Startkapital
Das Institut pflegt Netzwerke zu Institutionen und privaten Investoren, so genannten Business Angels, die den Gründer finanziell unterstützen und sich an Risiken beteiligen. Bei einer guten Idee werden Geldgeber vermittelt, damit Startkapital bereit steht.
Ideen-Inkubator (IDINK)
Gründer können bis zu einem halben Jahr lang Büros und Infrastruktur in hochschuleigenen Gebäuden beziehen. Dort werden sie intensiv von den Mitarbeitern des Instituts betreut.
Von: Holger Zelder – uni38.de
Quelle: http://www.uni38.de/index.php?option=com_content&view=article&id=56:rwir-wollen-eine-gruendungsoffensivel&catid=8:karriere&Itemid=29