TU Braunschweig und Fachhochschule Ostfalia arbeiten eng zusammen
Von Andreas Schweiger – Braunschweiger Zeitung vom 7. Oktober 2009
BRAUNSCHWEIG. Die Institute der TU Braunschweig und der Fachhochschule Ostfalia werden künftig Besuch bekommen von besonderen Detektiven. Sie suchen keine Ehebrecher oder Ladendiebe, sondern künftige Existenzgründer.
An beiden Hochschulen heißen die Detektive “Ideenscouts”. Sie gehören zu sechs Mitarbeitern, die Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter ermutigen sollen, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Professor Reza Asghari, Leiter des Gründer-Instituts der TU Braunschweig und der Hochschule Ostfalia.
Ihre Chefs sind Professor Reza Asghari und Jörg Saathoff. Asghari leitet das von beiden Hochschulen gegründete Institut für Entrepreneurship. Saathoff steht der Technologie-Transferstelle der TU vor.
Gefördert werden Entwicklungen aus der Hochtechnologie. “Wir schließen andere innovative Ideen nicht aus. Der Schwerpunkt liegt aber auf Hightech, weil beide Hochschulen ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet sind”, sagt Asghari. “Es geht darum, die klügsten Köpfe in der Region zu halten”, fügt er hinzu.
Einer dieser Gründer sitzt neben Asghari und Saathoff. Der 32-jährige Braunschweiger Torsten Kröger hat ein patentiertes Verfahren entwickelt, das es Robotern ermöglichen soll, auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können. Derzeit wird ein Prototyp getestet. “Ich bin für die Unterstützung dankbar, weil ich mich in unterschiedlichste Richtungen informieren konnte”, sagt er.
Wie Saathoff erläutert, sind aus beiden Hochschulen bislang jährlich sechs bis acht Gründungen aus der Hochtechnologiesparte hervorgegangen. “Diese Zahl wollen wir deutlich über zehn steigern”, sagt er.
Einige Beispiele, wie dieses Ziel erreicht werden soll:
In Seminaren werden Studenten auf die Selbständigkeit vorbereitet. Die Themen reichen vom Geschäftsplan bis zum Marketing.

Jörg Saathoff, Leiter der Technologie-Transferstelle der TU Braunschweig.
Angehende Gründer werden mit gestandenen Gründern zusammengeführt. Asghari: “Das motiviert.”
Die Hochschulen vermitteln Ansprechpartner und Experten – zum Beispiel wenn es um Patente oder die Vermittlung von Patenten geht.
Die Existenzgründer erhalten Hilfe von sogenannten Coaches.
Die Hochschulen öffnen Türen, wenn es um Fördermittel geht. Ein Programm kommt vom Land Niedersachsen. Es ermöglicht Hochschulen, Gründer als wissenschaftliche Mitarbeiter einzustellen, damit die sich auf die Entwicklung ihres Produkts konzentrieren können.
Beide Hochschulen haben 900 000 Fördergeld des Bundes eingeworben, um ihre Förderangebote zu bündeln und auszubauen.
“Das, was wir gebündelt anbieten, ist schon einzigartig”, sagt Saathoff.
Professor Reza Asghari, Leiter des Gründer-Instituts der TU Braunschweig und der Hochschule Ostfalia.
Jörg Saathoff, Leiter der Technologie-Transferstelle der TU Braunschweig.
Fotos: Andreas Schweiger
Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 8. Oktober 2009, Wirtschaft, Seite 08